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Warum (mir) Geschichten wichtig sind

  • tinapfeifer
  • 9. Okt.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Nov.

Über Geschichten I


Buch und Kopfhörer

Ohne Geschichten wäre das Leben um einiges ärmer ...


Seit ich denken kann, begleiten mich Geschichten. Erst durch das Vorlesen der Gutenachtgeschichten, später durch Bücher, Filme und Serien – und bald begann ich, meine eigenen Geschichten zu schreiben. Aber: Warum eigentlich? Woher kommt dieser Hunger nach Geschichten?


Der Ursprung der Geschichten

Lagerfeuer

Lange bevor wir die Schrift erfunden hatten, saßen wir ums Feuer und lauschten einander. Wir erzählten von der Jagd, interessanten Entdeckungen, Gefahren und Göttern. Das Erzählen war eine Überlebensstrategie – es half, Wissen weiterzugeben, Erfahrungen zu teilen und Gemeinschaft zu schaffen. Mittlerweile ersetzen Bildschirme das Feuer – die Geschichten sind geblieben.


Wozu überhaupt Geschichten?

Wissenschaftlich betrachtet, ist das Erzählen eine Art evolutionäres Erfolgsmodell. Der Grund: Unser Gehirn denkt in Geschichten. Informationen, die in eine Handlung eingebettet sind, bleiben besser im Gedächtnis. Geschichten sind für unser Gehirn eine intensive Erfahrung: Emotionen aktivieren dieselben neuronalen Netzwerke, als würden wir das Erzählte selbst erleben. Geschichten sind also kein „Luxus der Fantasie“, sondern ein Teil unseres Denkens. Sie helfen uns, Zusammenhänge zu erkennen, Erfahrungen einzuordnen und uns selbst in der Welt zu verorten.


Die Macht von Geschichten

Faszinierend, was Geschichten alles können, oder? Wie ein einziger Satz unsere Stimmung verändern kann – uns fesselt, tröstet oder in Angst und Schrecken versetzt. Wie uns eine Szene an etwas erinnert, das längst vergessen war. Bedeutung entsteht nun einmal nicht in Tabellen, sondern durch Worte. Geschichten geben Gefühlen Ausdruck. Außerdem lassen sie uns andere Perspektiven einnehmen und uns spüren, wie es ist, kurzzeitig jemand anderes zu sein. Dadurch erlauben sie uns, Empathie zu „üben“. Sie machen uns zu einfühlsameren Menschen. Das ist überromantisiert? Vielleicht. Aber ganz falsch ist es auch nicht.


Und ich so?

schreibende Frau

Für mich persönlich sind Geschichten mehr als Beruf oder Leidenschaft. Sie sind wie ein inneres Gespräch mit der Welt. Wenn ich schreibe, versuche ich, zu verstehen – mich selbst, andere Menschen, das, was uns verbindet – oder auch unterscheidet. Jede Geschichte ist ein kleiner Versuch, Licht in einen Winkel zu bringen, der für mich bisher im Dunkeln lag.


Geschichten – ein Dialog mit der Welt

Ich glaube, dass Geschichten – ob gelesen, gehört oder selbst erzählt – uns alle auf einer tieferen Ebene verbinden. Sie schaffen Nähe zwischen Menschen, die sich im echten Leben vielleicht nie begegnen, sie übersetzen das Fremde in etwas Vertrautes. Und manchmal öffnen sie Türen in uns, von denen wir gar nicht wussten, dass sie existieren. Geschichten sind das, was uns menschlich macht. Ich denke, wir brauchen sie deshalb, weil sie das Unsagbare aussprechen können. Und uns manchmal sogar zeigen, wer wir sein könnten – wenn wir mutig genug sind, unsere eigene Geschichte zu leben.


In dieser Blogreihe „Über Geschichten“ möchte ich genauer erkunden, warum Geschichten solche Macht haben. Warum unser Gedächtnis mit Geschichten besser arbeitet. Warum wir Emotionen stärker erleben, wenn sie in narrative Form gegossen werden. Warum Geschichten Wissen lebendig machen – und warum wir sie brauchen, um als Gemeinschaft zu funktionieren. Denn ja: Geschichten sind wichtig. Bis bald!


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